Wildkräuter – Die sprießende Kraft des Frühlings nutzen
Diese Ausgabe ist ganz dem Frühling und der erwachenden Natur gewidmet. Doch bevor etwas kräftig und nährstoffreich wachsen kann, müssen optimale Bodenverhältnisse vorliegen. Im Wald beim Wildkräuterernten ist dies gegeben. Aber die wenigsten ernähren sich nur von Wildgrün. Dass Gemüse, Beeren, Obst, Nüsse und Samen auch im eigenen Garten gut gedeihen und lebensspendende Inhaltsstoffe liefern, dafür sind einige Kenntnisse von Nöten. Aus diesem Grund haben wir den Humushüter interviewt, siehe S. 20, von dem du den Schlüssel zum ertragreichen und einfachen Gärtnern in die Hand gelegt bekommst.
Junge Wildkräuter haben weniger Giftstoffe
Überall, wo man hinsieht, sprießt das Wildgrün, es ist noch zart und jung. D.h., viele junge Wildkräuter enthalten noch weniger Anti-Fraßstoffe und können in Maßen verzehrt werden – z.B. der Beinwell.
Kommen die Wildkräuter in die Blüte, überwiegend in der Sommerzeit, haben sich bei den meisten die Anti-Fraßstoffe und auch der Giftstoffanteil so stark erhöht, dass man sie dezenter genießen sollte. Jeder Mensch hat zwar eine andere Toleranzgrenze (Verzehrsperre), doch besonders Schwangere und Kinder sollten mit ausgewachsenen Wildpflanzen vorsichtig umgehen bzw. ganz meiden. Zu diesem spannenden Thema haben wir die Autorin des Buches „Der Tod hat Angst vor Löwenzahn“ und Phythotherapeutin, Michelle Ziegelman, interviewt. Sie gibt dir zum Thema „essbare und giftige Wildpflanzen“ wegweisende Auskünfte, siehe Eingangsinterview auf Seite 6Auf .
Wildpflanzen und Nierenprobleme
Wildpflanzen aus dem Verstand heraus zu essen, weil man weiß, dass sie sehr reichhaltig an Chlorophyll, Mineralstoffen, Vitaminen, Proteinen und sekundären Pflanzenstoffen sind im Gegensatz zu den Kulturpflanzen, kann den Organismus stark schädigen. Wolf-Dieter Storl hat mir in einem Interview erzählt, dass er sich mit dem übermäßigen Verzehr von essbaren Wildpflanzen (querbeet) die Nieren ruiniert hatte. In meinem Bericht „Nierenprobleme durch Rohkost“ erfährst du, welche Wildpflanzen stark oxalsäurehaltig sind und die Nieren belasten bzw. schädigen können. Doch es gibt genügend Wildpflanzen, die oxalatarm sind und sich ideal für eine chlorophyllreiche Ernährung eignen. Auf S. 18 im Wildpflanzenporträt stellen wir dir ein oxalsäurearmes Wildkraut vor.
Bei der Rohkost-Langzeiternährung die Zeichen der Zeit erkennen
Aber nicht nur bestimmte Wildpflanzen sind oxalatreich, auch viele Gemüse-, Samen- und Nussarten gehören zur Gruppe der oxalatreichen Lebensmittel. Bei einer Rohkost-Langzeiternährung über mehrere Jahrzehnte spielt dies schon eine entscheidende Rolle, wenn man bedenkt, dass im Alter neben dem Sehvermögen und der Pigmentierung der Haare auch die Nierenleistung nachlässt.
Nierenstärkende Nahrungsmittel
Welche Rohkost-Lebensmittel nierenschützend bzw. -stärkend wirken, erfährst du ebenso in meinem Bericht. Die vermeintliche Lösung, um Anti-Fraßstoffen so gut es geht aus dem Weg zu gehen, indem man den Früchteanteil erhöht und den Gemüse-/Samenanteil reduziert, kann die Gesundheit genauso ruinieren, besonders, wenn es um die Nieren geht. Denn viele Früchte enthalten zwar weniger Oxalsäure als bestimmte Gemüse-, Samen- und Nussarten, weisen aber meistens einen exorbitant hohen Gehalt an Fruchtzucker (Fructose & Glukose) auf, sodass sich wiederum das Risiko erhöht, die Nieren zu schädigen. Wie Frugivore bzw. jahrelange überwiegende Früchteesser in diese Falle tappen können und auf welche Weise übermäßiger Fruchtzucker die Blutreinigungsarbeit der Nieren beeinträchtigt, auch dies liest du im Bericht von Michael Delias ab S. 26.
Stärkung des unteren Rückens
Darüber hinaus erwarten dich die in der letzten Ausgabe angekündigten Körperübungen zur Stärkung des unteren Rückens, unseres Kraftraums, siehe S. 38. Da die Nieren sich im unteren Rücken befinden und nur dann einwandfrei arbeiten, wenn sie ausreichend warmgehalten bzw. durchblutet werden, kommt der Stärkung des unteren Rückens eine doppelte Bedeutung zu.
Inhalt
Die bekannte Autorin Michelle Ziegelmann: Wildkräuter – Treibstoff der Körperzellen
Michelle Ziegelmann, Phytotherapeutin und Autorin von „Der Tod hat Angst vor Löwenzahn“, hat mit der Natur eine tiefe Partnerschaft geschlossen. In diesem Interview gewährt sie Einblicke in ihre Philosophie: Sie betrachtet Wildkräuter nicht als Heilmittel, sondern als vollwertige Lebensmittel, die in unserer Ernährungskultur verloren gegangen sind. Die gelernte Journalistin, die heute mit ihrer Familie auf einem alten Bauernhof lebt, erklärt, warum unser Geschmackssinn lernfähig ist und wie man sich auch als heller Hauttyp der Sonne wieder schrittweise annähern kann. Sie spricht über die Kunst der Ruhe in einer überreizten Welt, warum Bitterstoffe für Kinder wichtig sind und weshalb Pflanzen wie Wermut mit Respekt behandelt werden müssen. Ein Gespräch über die Rückkehr zu natürlichen Rhythmen, die Weisheit des Körpers und die Summe kleiner, konsequenter Entscheidungen für mehr Lebensqualität.
Wiesensalbei – Pflanzenporträt
Wiesensalbei ist das erste Pflanzenporträt unserer neuen Reihe: Das milde Wildkraut hilft bei Verdauungsproblemen und Frauenleiden und lässt sich vielseitig zubereiten – u.a. als Tee und Tinktur etc.
Willy Schnell: Der Humushüter
Willy Schnells Leben ist eine einzige Metamorphose: Vom ausgebrannten Veranstaltungskoch, der bei eisigen Temperaturen im Zelt haust, zum gefragten Humusflüsterer und Kupferschmied. Im Interview erzählt der Permakultur-Gärtner von seiner Reise in den österreichischen Wald, wo er bei „Alt-Hippies“ in die Lehre ging und die Grundlagen einer Landwirtschaft lernte, die mehr mit Beobachten als mit Eingreifen zu tun hat. Sein einfaches, aber revolutionäres Mantra: Mulchen, mulchen, mulchen. Warum bedeckter Boden das Geheimnis reicher Ernten ist und wie in nur 30 Tagen aus Stroh, Aktivkohle und Küchenabfällen „Schwarzes Gold“ entsteht, verrät er ebenso wie seine Gedanken zur vernachlässigten Bedeutung von Humus für unsere Gesundheit. Dabei gewährt er schonungslose Einblicke in die Höhen und Tiefen eines Lebens als Pionier, das ihn heute ohne eigenen Garten nach Thüringen und in eine Künstler-WG führte. Eine Geschichte über Erdung, Aufbruch und die Suche nach einem einfachen Traum: Ein kleines Stück Land.
Michael Delias: Nierenprobleme durch Rohkost
Kältegefühle im unteren Rücken, ein plötzlicher Schleier vor den Augen, dumpfer Druck im Lendenbereich – was wie banale Alltagsbeschwerden klingt, kann der erste Hinweis auf ein ernstes, oft jahrelang unbemerktes Problem sein: Die schleichende Überforderung der Nieren. Michael Delias blickt auf über drei Jahrzehnte Rohkosterfahrung zurück und zieht eine beunruhigende Bilanz. Immer wieder begegneten ihm Menschen, deren Überzeugung von der reinen Früchtekost in Nierenschwäche, Dialyse oder gar Tod endete – von der frugivoren Rentnerin im Dialysestuhl bis hin zu Steve Jobs. In diesem Beitrag verbindet der Autor seine eigene Geschichte mit fundiertem medizinischen Wissen: Er erklärt, warum permanenter Fruchtzucker und oxalatreiche Samen- und Gemüsekost den Nieren zusetzen können, wie Stress über die Nebennieren die Nierenfunktion beeinträchtigt und welche einfachen, aber entscheidenden Maßnahmen – von der Wahl der richtigen Lebensmittel bis zur Trinkmenge – helfen, unser wichtigstes Entgiftungsorgan zu schützen. Ein schonungsloser, aufrüttelnder Bericht, der zum Umdenken einlädt.
Andrea Delias: Übungen zur Stärkung des Kraftraums/unteren Rückens
Andrea Delias erklärt, warum Bewegungsmangel und falsche Sitzhaltung den unteren Rücken schwächen, und stellt 6 Übungen vor, welche Muskulatur und Faszien in diesem Bereich stärken – für mehr Beweglichkeit und Schmerzfreiheit im Alltag.
Rohkost-Rezepte, u.a. zur Nierenstärkung
Alex Skirde, Melissa Keath und Andrea Delias sind diesmal unsere RawChefs. Der Fokus der Gourmet-Rohkost-Rezepte liegt u.a. auf der Stärkung der Nieren.